FDP: Das Zollhaus gehört zum Ochsenzoll

Am Anfang der Segeberger Chaussee steht seit dem 18. Jahrhundert ein kleines, mit Reet gedecktes Haus, zehntausende von Autos fahren täglich daran vorbei. Als „ehemaliges dänisches Zollhaus“ ist es seit dem vergangenen Herbst in die Liste der Kulturdenkmale des Landes Schleswig-Holstein aufgenommen worden. Aber nach dem Willen einiger Politiker sind die Tage des alten Hauses mit dem großen Garten gezählt. Unbewohnbar sei es, überflüssig und an anderer Stelle besser nutzbar, wird argumentiert. Die Vision von Oberbürgermeister Grote für das Stadtjubiläum 2020 plant bereits eine Verlagerung des Zollhauses in ein zukünftiges Märchendorf am Stadtpark. Hinzu kommt, dass die Lage des Grundstückes bereits Begehrlichkeiten geweckt hat: So wurde im Kulturausschuss bereits angefragt, welche Erlöse aus einem etwaigen Verkauf des Grundstückes zu erwarten seien. Die Freien Demokraten in Norderstedt haben jedoch gute Gründe dafür, das Zollhaus an seinem jetzigen Standort erhalten zu wollen.

„Die Stadt kann stolz sein, Eigentümerin eines der wenigen noch an Ort und Stelle stehenden historischen Zollhäuser zu sein“, erklärt Hildegard Helm-Drube als FDP-Vertreterin im Kulturausschuss. Und wie der Name „Ochsenzoll“ es bereits vermuten lässt: Hier im Grenzbereich wurde für die von Norden nach Süden getriebenen Ochsen der Zoll gezahlt. Den Dienst für den dänischen Staat machte der Zöllner um die Ecke an der Langenhorner Chaussee, und dieses hier war sein Wohnhaus. So ist dieses Zollhaus auch ein Zeugnis gewandelter Zeiten: Zwar verläuft hier noch die Grenze zwischen zwei Bundesländern, aber Zoll muss hier niemand mehr zahlen.

 

Das Denkmalschutzgesetz Schleswig-Holstein verlangt eine enge Abstimmung der Eigentümer, also der Stadt, mit der Unteren Denkmalschutzbehörde. „Respekt vor der Vergangenheit, eine der Grundregeln für Denkmalschutz und Stadtentwicklung, steht der Stadt Norderstedt gut an. Dieses Haus an diesem Ort ist einmalig geeignet, in seinen Räumen die vielfältigen Beziehungen zwischen Hamburg und Norderstedt und auch zu Dänemark zukünftig zu dokumentieren“, so Helm-Drube weiter. Die Norderstedter FDP fordert daher: Dieses Zollhaus muss auch in Zukunft an seinem historischen Standort am Ochsenzoll erhalten bleiben.