Die Grundsteuer aufkommensneutral gestalten

Der Versuch der FDP-Fraktion, anlässlich der Grundsteuerreform Mehrbelastungen für Mieter und Vermieter zu vermeiden, führte im Hauptausschuss der Stadt Norderstedt zu erstaunlichen Reaktio­nen.

So erklärte Verwaltungschefin Elke-Christina Roeder, die einen Haushaltsüberschuss im zweistelli­gen Millionenbereich verwalten soll, dass Sie dem Beschluss dazu aus rechtlichen Gründen wider­sprechen müsse. Die von ihrem Finanzchef Jens Rapude dazu vorgetragene Begründung: Die Stadt müsse auch in Zukunft je nach Finanzlage die Möglichkeit haben, eigene zusätzliche Einnahmequel­len auch auszuschöpfen.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Tobias Mährlein hat für diese rein formale Begründung wenig Ver-ständnis. „Die Grundsteuer wird schließlich auch an alle Mieter weitergereicht, und in Zeiten stei­gender Miet- und Mietnebenkosten dürfen und sollten die Norderstedter Bürger nicht noch zusätz­lich belastet werden“, fordert er. „Wenn das Geld mal nicht reichen sollte, müssten vielleicht erst einmal die Ausgaben überprüft werden und es sollte nicht immer gleich der Automatismus von Steuer- und Abgabenerhöhungen in Bewegung gesetzt werden“, so Mährlein weiter.

 

Und auch die FDP-Stadtvertreterin Gabriele Heyer ist ratlos, warum die anderen Fraktionen sich dem Beschluss verweigert haben. „Wir werden zur kommenden Sitzung der Stadtvertretung unse­ren Vorschlag noch einmal etwas umformulieren und hoffen, dass dann auch die anderen Fraktio­nen dieser Absichtserklärung zustimmen werden!“